13-09-2026 Logo Archiv zur Bisexualität, in Anlehnung an das Logo von Bisexuell.org
Bi(-/+)Archiv

Bi(-/+)Archiv

Broschüren, Studien, Flyer, Photo's, Zeitschriften, Filme, Bücher zum Thema Bisexualität / Multisexualität.

  • Aktuelles
  • Wissen
  • Geschichte
  • Bi(-/+) Archiv
    • Wunschliste
    • Impressum
    • Aktuelles
    • Wissen
    • Geschichte
    • Bi(-/+) Archiv
                          • Wunschliste
                          • Impressum

                          Bi, Die zweite sexuelle Revolution

                          Publikation: Zeitschrift, ArchivID: 31

                          Patricia Bröhm, Zeitschrift Marie Claire, Ausgabe 03/96

                          Inhalt:

                          • Polyamore und bisexuelle Beziehung in Gelsenkrichen
                          • Schubladendenken
                          • Polybeziehung in Leverkusen
                          • Sie sind jung, ungebunden oder verheiratet mit Kindern. Leben in der Provinz oder in Weltstädten, sind Hausfrauen, Studenten oder Rockstars. Was sie verbindet, ist ihre doppelte Lust. Ist Bisexualität die Liebe der Zukunft?

                          Kommentar Bi(-/+) Archiv

                          Zusätzliche Informationen, Hintergrundwissen, Fakten oder Meinungen zu diesem Archivstück.

                          Der Artikel stellte Bisexualität als gesellschaftliches Phänomen dar, das sich Ende des 20. Jahrhunderts zunehmend sichtbar machte und zugleich bestehende Ordnungssysteme irritierte. Ausgangspunkt waren bewußt gewählte Alltagsszenen – etwa öffentliche Zärtlichkeiten zwischen Frauen oder prominente Beispiele aus der Popkultur –, die als Zeichen einer Verschiebung sozialer Wahrnehmung dienten.
                          Dabei wurde Bisexualität nicht als Randerscheinung beschrieben, sondern als Ausdruck eines erweiterten Verständnisses von Sexualität, das sich weder auf eindeutige Kategorien noch auf traditionelle Moralvorstellungen reduzieren ließ.

                          Bisexualität als Kritik an Kategorien und Normen

                          Im Zentrum stand die Infragestellung der binären Ordnung von „hetero“ und „homo“. Die dargestellten Stimmen – sowohl aus dem Alltag als auch aus der Wissenschaft – betonten, daß die Beschränkung auf ein Geschlecht als willkürlich erschien. Sexualität wurde vielmehr als offenes, situationsabhängiges Erleben verstanden, das sich nicht eindeutig festlegen ließ.
                          Damit verband sich eine implizite Kritik an gesellschaftlichen Klassifikationen insgesamt: Die Einteilung von Menschen in feste Identitäten wurde als Vereinfachung dargestellt, die der tatsächlichen Vielfalt menschlicher Erfahrung nicht gerecht wurde.

                          Lebensentwürfe zwischen Offenheit und Konflikt

                          Der Text zeigte unterschiedliche Lebensmodelle bisexueller Menschen, die von monogamen Beziehungen bis hin zu offenen oder polyamoren Konstellationen reichten. Diese Vielfalt wurde nicht als Beliebigkeit interpretiert, sondern als Ausdruck individueller Aushandlungsprozesse.
                          Gleichzeitig wurde deutlich, daß diese Lebensformen mit Spannungen verbunden waren: Eifersucht, Unsicherheit und gesellschaftliche Ablehnung traten ebenso hervor wie das Bemühen um Offenheit, Ehrlichkeit und neue Formen von Treue. Beziehungen erschienen hier nicht als stabile Institutionen, sondern als fortlaufende Praxis, die aktiv gestaltet werden mußte.

                          Gesellschaftliche Wahrnehmung und Vorurteile

                          Ein zentrales Motiv war die doppelte Marginalisierung bisexueller Menschen. Sie standen „zwischen den Stühlen“, da sie sowohl von heterosexuellen als auch von homosexuellen Gruppen mit Mißtrauen betrachtet wurden.
                          Vorurteile – etwa die Gleichsetzung von Bisexualität mit Promiskuität oder Unentschlossenheit – wurden als Ausdruck eines Bedürfnisses nach klaren Kategorien interpretiert. Diese Zuschreibungen verdeutlichten weniger etwas über die Betroffenen selbst als über die Grenzen gesellschaftlicher Denkweisen.

                          Historische und kulturelle Einbettung

                          Der Artikel ordnete Bisexualität historisch ein und verwies auf frühere Beispiele aus Kultur und Wissenschaft. Bereits psychoanalytische Theorien hatten eine „bisexuelle Disposition“ des Menschen angenommen, und auch in künstlerischen Milieus früherer Jahrzehnte fanden sich entsprechende Ausdrucksformen.
                          Damit wurde Bisexualität nicht als neues Phänomen dargestellt, sondern als etwas, das lange existiert hatte, jedoch erst allmählich öffentlich benannt und diskutiert wurde.

                          Mediale Sichtbarkeit und gesellschaftlicher Wandel

                          Besondere Aufmerksamkeit galt der wachsenden Präsenz des Themas in Medien und Popkultur. Prominente Persönlichkeiten sowie öffentliche Diskurse – etwa Talkshows oder Umfragen – trugen dazu bei, Bisexualität sichtbarer zu machen und zugleich zu popularisieren.
                          Diese Sichtbarkeit wurde ambivalent bewertet: Einerseits eröffnete sie Räume für Akzeptanz, andererseits bestand die Gefahr der Reduktion auf einen Trend oder eine Modeerscheinung.

                          Sexualität als Teil eines umfassenderen Wertewandels

                          Der Text verband die Entwicklung mit einem breiteren gesellschaftlichen Wandel. Traditionelle Institutionen wie Ehe und Familie verloren an Selbstverständlichkeit, während individuelle Freiheit und Selbstbestimmung an Bedeutung gewannen.
                          Bisexualität erschien in diesem Zusammenhang nicht nur als sexuelle Orientierung, sondern als Ausdruck eines neuen Lebensgefühls, das Offenheit und Flexibilität betonte und starre Normen infrage stellte.

                          Ambivalenz von Identität und Selbstbezeichnung

                          Ein wiederkehrendes Motiv war die Schwierigkeit, eindeutige Begriffe zu finden. Viele Menschen hatten gleichgeschlechtliche Erfahrungen, ohne sich selbst als „bisexuell“ zu definieren. Wissenschaftliche Studien deuteten auf eine große Grauzone hin, in der Begehren, Identität und Verhalten nicht deckungsgleich waren.
                          Damit wurde sichtbar, daß Identität weniger eine feste Eigenschaft als vielmehr ein Prozeß war, der sich im Spannungsfeld zwischen persönlichem Erleben und gesellschaftlicher Zuschreibung entwickelte.

                          Die „zweite sexuelle Revolution“ als offene Frage

                          Der Artikel endete nicht mit einer eindeutigen These, sondern mit einer Frage: Ob es sich tatsächlich um eine „zweite sexuelle Revolution“ handelte, blieb offen. Die beschriebenen Entwicklungen deuteten jedoch darauf hin, daß sich das Verständnis von Sexualität grundlegend veränderte.
                          In dieser Offenheit lag zugleich die eigentliche Aussage: Nicht die Festlegung auf neue Kategorien war entscheidend, sondern die Auflösung alter Gewißheiten. Bisexualität fungierte dabei weniger als klar definierte Identität denn als Hinweis auf die Grenzen aller Versuche, menschliches Begehren endgültig zu ordnen.

                          [ GPT & Hannah ]

                          Hinweis

                          Bitte beachten Sie, daß die Inhalte von Archivalien nicht mehr dem heutigen Wissensstand oder der aktuellen Rechtslage entsprechen könnten.

                          ArchivID

                          31

                          Kategorie

                          Publikation -> Zeitschrift

                          Autor* / Autorin*

                          Patricia Bröhm

                          Herausgeber* / Herausgeberin*

                          Gruner + Jahr

                          Datenstand dieser Publikation

                          31.03.1996

                          Im Bi(-/+) Archiv seit dem

                          15.11.2015

                          Im Bi(-/+) Archiv veröffentlicht

                          30.01.2018

                          Archiviertes Format

                          PDF
                          PDF
                          S/W- Kopie
                          S/W- Kopie

                          Noch gesuchtes Format

                          Druckexemplar
                          Druckexemplar
                          oder
                          Farbkopie
                          Farbkopie
                          oder

                          Vielleicht hast Du nicht genau dieses gesuchte Archivstück, aber eventuell ein Anderes, welches Du dem Bi(-/+) Archiv überlassen möchtest. Schau bitte in die Wunschliste und unterstütze das Bi(-/+) Archiv!

                          Stichworte

                          #1996 #Depression #Deutschland #Europäische Union #Gelsenkirchen #Leverkusen #Nordrhein-Westfalen #Polyamory
                          Shortlink: https://biurl.org/!a31
                          L: NBiA (0)
                          letzte Bearbeitung: 30.05.2026
                          <<< Buch: Der Kinsey Institut Report über sexuelle Orientierung und Partnerwahl
                          Publikation: BiJou 17 - Bisexuelles Journal, Ausgabe 17, 03/2001 >>>
                          Zur Archivübersicht
                          • QueerSearch
                          • Mastodon
                          • BlueSky
                          • Impressum • Datenschutzerklärung
                          © 2015 - 2026 Bisexuell.org .

                          Krümelmonster

                          🍪
                          Im Bi(-/+) Archiv werden keine Cookies genutzt, nur gebacken und gegessen! Das hier passiert nur, um dich nicht aus deinen Gewohnheiten heraus zu reißen, wenn Du eine Website besuchst.
                          Noch Fragen? Impressum Datenschutzerklärung