Bi(-/+)Archiv
Broschüren, Studien, Flyer, Photo's, Zeitschriften, Filme, Bücher zum Thema Bisexualität / Multisexualität.
ArchivID
388
Kategorie
Film -> Coming-out, Drama
Ursprungsland
Bundesrepublik Deutschland (BRD)
Jahr
2013
Spieldauer
97 min
EAN / GTIN
Drehbuch
Karsten Dahlem;
Stephan Lacant;
Kamera
Sten Mende
Musik
Preise / Auszeichnungen
Produktion
Christoph Holthof-Keim;
Daniel Reich;
Produzent* / Produzentin*
Regie
Stephan Lacant
Schauspieler* / Schauspielerin*
Hanno Koffler (Marc Borgmann);
Max Riemelt (Kay Engel);
Katharina Schüttler (Bettina Bischoff);
Vilmar Bieri (Lothar Bischoff);
Attila Georg Borlan (Werner Brandt);
Oliver Bröcker (Frank Richter);
Britta Hammelstein (Britt Rebmann);
Horst Krebs (Bernd Eiden);
Maren Kroymann (Inge Borgmann);
Shenja Lacher (Gregor Limpinski);
Jonathan Müller;
Samuel Schnepf (Benno Borgmann);
Stephanie Schönfeld (Claudia Richter);
Schnitt / Montage
Monika Schindler
Im Bi(-/+) Archiv seit dem
10.08.2018
Im Bi(-/+) Archiv veröffentlicht
19.03.2025
Archiviertes Format
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Stichworte
#2013 #Baden-Württemberg #Biphobie / Bifeindlichkeit #Bisexuelle Lebensmodelle #Coming-out #Deutschland #Diskriminierung #Eifersucht #Filmbesprechung #Heteronormativität #Homophobie / Homofeindlichkeit #Ludwigsburg #Mobbing #SelbstfindungFreier Fall

© Salzgeber
"Freier Fall" ist ein deutsches Filmdrama aus dem Jahr 2013 unter der Regie von Stephan Lacant. In den Hauptrollen sind Hanno Koffler als Marc Borgmann, Max Riemelt als Kay Engel und Katharina Schüttler als Bettina Bischoff zu sehen. Der Film thematisiert die inneren Konflikte eines Polizisten, der zwischen seinem bisherigen Leben und neu entdeckten Gefühlen hin- und hergerissen ist.
Relevanz
Weshalb im Bi(-/+)Archiv?! Wo ist der Bezug zur Bisexualität / Multisexualität?Bisexuelle Menschen erleben oft genau solche Geschichten: Sie fühlen sich in heterosexuellen Beziehungen wohl, entdecken dann aber später gleichgeschlechtliche Anziehung. Die Erzählweise von "Freier Fall" könnte also aus einer bisexuellen Perspektive betrachtet werden, auch wenn der Film es selbst nicht so benennt.
Sie: ”žBist du schwul?“ Er: ”žNein, ich bin nicht schwul“. Sie schreit: ”žWas bist du dann?“. Es gäbe so viele mögliche Antworten, doch er schweigt.
Würde man Marc als bisexuell deuten wollen, könnte man argumentieren, dass er sowohl emotionale als auch sexuelle Beziehungen zu Männern und Frauen eingeht. Da er aber mit seiner Freundin ein Leben aufgebaut hat und seine Gefühle für Kay eher als Ausnahme behandelt werden, folgt der Film eher dem klassischen "Schwuler Mann im Schrank"-Narrativ als einer bewussten bisexuellen Identitätsfindung.
Kommentar Bi(-/+) Archiv
Zusätzliche Informationen, Hintergrundwissen, Fakten oder Meinungen zu diesem Archivstück.Handlung
Marc Borgmann führt ein scheinbar geordnetes Leben: Er ist 36 Jahre alt, beruflich erfolgreich und lebt mit seiner schwangeren Freundin Bettina in einem von den Eltern finanzierten Eigenheim. Sein Alltag gerät ins Wanken, als er während einer Fortbildung den Kollegen Kay Engel kennenlernt. Zwischen den beiden entwickelt sich eine leidenschaftliche Affäre, die Marc in einen inneren Konflikt stürzt. Er versucht, seine neu entdeckten Gefühle zu ignorieren und in sein altes Leben zurückzukehren. Doch als Kay sich in Marcs Einheit versetzen lässt, wird die Situation zunehmend komplizierter. Marc steht zwischen seiner Verantwortung gegenüber Bettina und seinem Verlangen nach Kay. Als die Affäre ans Licht kommt, sieht er sich mit Intoleranz sowohl im Kollegium als auch im familiären Umfeld konfrontiert. Letztlich beendet Marc die Beziehung zu Kay, der daraufhin verschwindet. Erst jetzt erkennt Marc die Bedeutung von Kay in seinem Leben, während auch seine Beziehung zu Bettina zerbricht.
Hintergrund und Produktion
"Freier Fall" ist der erste deutschsprachige Langspielfilm von Stephan Lacant. Die Idee entstand in Zusammenarbeit mit Co-Autor Karsten Dahlem, der während seiner Zeit bei der Bereitschaftspolizei Mobbingfälle gegenüber homosexuellen Kollegen beobachtete. In Vorbereitung auf das Drehbuch führten Lacant und Dahlem Gespräche mit geouteten und nicht geouteten Polizisten und arbeiteten eng mit dem Verband lesbischer und schwuler Polizeibediensteter (VelsPol) zusammen. Die Dreharbeiten fanden im Sommer 2012 im Raum Ludwigsburg statt. Hanno Koffler und Max Riemelt wurden für die Hauptrollen verpflichtet, nachdem andere Schauspieler aufgrund von Bedenken bezüglich der Darstellung homosexueller Charaktere abgesagt hatten.
Veröffentlichung und Rezeption
Der Film feierte seine Premiere auf der Berlinale 2013 in der Sektion "Perspektive Deutsches Kino" und kam am 23. Mai 2013 in die deutschen Kinos. International wurde "Freier Fall" auf mehreren Festivals gezeigt und in verschiedenen Ländern veröffentlicht. Die Kritiken fielen unterschiedlich aus: Während einige die intensive Darstellung der inneren Konflikte lobten, kritisierten andere das Drehbuch und die Chemie zwischen den Hauptdarstellern. Die Deutsche Film- und Medienbewertung (FBW) verlieh dem Film das Prädikat "besonders wertvoll".
"Freier Fall" beleuchtet die Thematik der sexuellen Identität und die damit verbundenen gesellschaftlichen Herausforderungen. Trotz einiger Kritikpunkte bietet der Film einen intensiven Einblick in das Leben eines Mannes, der zwischen gesellschaftlichen Erwartungen und persönlichen Gefühlen steht.
Verweise / Quellen:
letzte Bearbeitung: 21.03.2025
