Bi(-/+)Archiv
Broschüren, Studien, Flyer, Photo's, Zeitschriften, Filme, Bücher zum Thema Bisexualität / Multisexualität.
49 x Orlando
Publikation: Dekoration, Plakat, ArchivID: 848
© Mac
Direkte Reaktion beim ColognePride 2016 auf den Anschlag im P.u.l.s.e. in Orlando.
Set aus 34 Karten, Plakaten, Schildern mit diversen Sprüchen. Passend zum Motto 'anders.Leben' des ColognePride 2016.
Von den ursprünglichen 34 Karten haben die Bewertung/Einschätzung des damaligen Uferlos Orga- Team's nur 17 Karten überlebt.
Eine Auswahl der "genehmigten" Karten fand ihren Platz am Taschen- / Versorgungswagen beim ColognePride.
Der Anschlag im Pulse Nightclub in Orlando, Florida, fand am 12. Juni 2016 statt und gehört zu den verheerendsten Massenschießereien in der Geschichte der USA sowie zu einer der schlimmsten Antisemitismus- und LSBTIQNA*- Gewalttaten. Der Anschlag wurde von einem asozialen Arschloch (aA), einem 29-jährigen US-Bürger mit afghanischen Wurzeln, durchgeführt.
Hintergrund:
- Pulse Nightclub war ein beliebter Nachtclub in Orlando (Florida / USA), der regelmäßig von der LSBTIQNA*- Community besucht wurde.
- Der Angriff ereignete sich in den frühen Morgenstunden während einer ”žLatin Night“-Veranstaltung, die besonders von der lateinamerikanischen LSBTIQNA*- Gemeinschaft frequentiert wurde.
- Der Club war ein sicherer Ort für viele Menschen der LSBTIQNA*- Community, die dort feierten, und der Anschlag traf viele in einer Zeit der Freude und der Freiheit.
Der Anschlag:
- aA betrat gegen 2:00 Uhr früh den Pulse Nightclub mit einer Halbautomatik und einer Pistole und begann, auf die Anwesenden zu schießen.
- Es tötete 49 Menschen und verletzte 53 weitere (darunter einige schwer). Der Angriff dauerte etwa 3 Stunden, da der Täter sich mit Geiseln in einem Raum des Clubs verbarrikadierte, während die Polizei versuchte, ihn zu überwältigen.
- Während des Angriffs telefonierte aA mehrfach mit der Polizei und bekundete, daß es sich von ISIS (dem sogenannten Islamischen Staat) inspirieren ließ. Dabei gab es an, der Angriff sei ein "Racheakt" für die amerikanischen Bombardierungen im Nahen Osten.
- Die Polizei stürmte schließlich den Club und tötete das aA, das bei der Attacke eine Schutzweste trug und mit mehreren Waffen ausgerüstet war.
Reaktionen:
- Der Angriff wurde schnell als ein Haß motiviertes Verbrechen gegenüber der LSBTIQNA*- Community verurteilt.
- Barack Obama, der damalige US-Präsident, bezeichnete den Vorfall als ”žAngriff auf die Freiheit“ und erklärte, daß er sowohl die Bedrohung durch Homophobie als auch den Islamismus anspreche.
- Zahlreiche Ehrenbekundungen und Gedenkveranstaltungen fanden weltweit statt, darunter auch eine bewegende Gedenkfeier in Orlando sowie die Pride-Feierlichkeiten, bei denen die Opfer geehrt wurden.
- LSBTIQNA* Organisationen wie Human Rights Campaign (HRC) und GLAAD sowie viele andere Aktivisten reagierten mit Forderungen nach mehr Schutz und Rechten für LSBTIQNA*- Menschen sowie einer Stärkung der Waffengesetze.
Langfristige Auswirkungen:
- Der Pulse Nightclub wurde zu einem Symbol des Widerstandes gegen Haß und Gewalt gegen die LSBTIQNA*- Community.
- Die Opfer des Anschlags und ihre Familien erhielten zahlreiche Unterstützungsmaßnahmen und Spenden.
- In den folgenden Jahren gab es rechtliche Fortschritte in den USA in Bezug auf die Anerkennung der LSBTIQNA*- Rechte, insbesondere im Bereich der Ehegleichstellung (obwohl es weiterhin rechtliche Herausforderungen gab).
- Der Vorfall führte auch zu einer verstärkten Auseinandersetzung mit radikalem Islamismus und seiner Verbindung zu terroristischen Gruppen, gleichzeitig aber auch zu einer breiten Diskussion über die Gefahr von Islamophobie und Diskriminierung gegenüber muslimischen Gemeinden.
Erinnerung und Gedenkfeiern:
- Der Gedenktag des Pulse-Angriffs wird jedes Jahr mit einer Gedenkveranstaltung begangen, bei der die Opfer geehrt und für ein offenes, tolerantes und inklusives Umfeld für die LSBTIQNA*- Community weltweit geworben wird.
- Orlando hat nach dem Angriff seinen Pride gefeiert und das Pulse Memorial als dauerhafte Gedenkstätte etabliert, um den 49 Opfern zu gedenken und ein Zeichen gegen Haß und Gewalt zu setzen.
Kommentar Bi(-/+) Archiv
Zusätzliche Informationen, Hintergrundwissen, Fakten oder Meinungen zu diesem Archivstück.Der Anschlag von Orlando war ein unfaßbar brutaler und abscheulicher Akt der Gewalt, der in keiner Weise zu entschuldigen ist. Die Taten des aA lassen sich nur als Haßverbrechen gegen die LSBTIQNA*- Community und als terroristischer Akt im weiteren Sinne bezeichnen. Es hat mit seinem Angriff 49 unschuldige Menschen getötet, die einfach nur ihr Leben in Freiheit und Freude leben wollten. Die Absicht hinter seiner Tat war klar: Verängstigung, Zerstörung von Gemeinschaften, Ausgrenzung und Haß.
Es gibt mehrere Perspektiven, die die Verwerflichkeit seiner Taten weiter verdeutlichen:
- Homophobie und Transphobie: Der Angriff richtete sich direkt gegen eine marginalisierte Gruppe — die LSBTIQNA*- Community — die in vielen Teilen der Welt immer noch Diskriminierung und Gewalt erfährt. Dieser Akt verstärkte die Angst und das Trauma für Menschen, die ohnehin schon mit Ablehnung und Vorurteilen zu kämpfen haben.
- Terrorismus: Der Täter berief sich auf islamistischen Extremismus und radikalisierten Ideologien, was zu einer weiter wachsenden Spaltung und Feindseligkeit zwischen verschiedenen religiösen und gesellschaftlichen Gruppen führte. Der Terroranschlag wurde von ihm als Racheakt gegen westliche Militärinterventionen im Nahen Osten gerechtfertigt, was die Komplexität und den Ideologie-bezogenen Hintergrund noch verstärkt. Doch es ist wichtig zu betonen, daß sein Handeln keinerlei religiösen oder politischen Kontext rechtfertigt — solche Taten sind niemals akzeptabel.
- Waffenmißbrauch und mangelnde Kontrolle: Der Täter hatte freien Zugang zu Pistolen und Sturmgewehren, was die Diskussion über Waffenkontrollen in den USA erneut anheizte. Der Waffenzugang sowie die Verfügbarkeit von Militärwaffen an ungesicherte Zivilisten sind in einem solchen Fall besonders erschreckend.
- Menschliches Leid: Dieser Angriff verursachte nicht nur den Verlust von 49 Leben, sondern auch das langfristige Trauma für die Überlebenden, die Familien und die ganze Stadt Orlando. Psychisches Leid und Verletzungen sind bis heute spürbar, sowohl für die LSBTIQNA*- Community als auch für viele Menschen in den USA und weltweit.
Die Taten des aA sind die extremste Form von Haß und Intoleranz. Sie stehen für das Gegenteil von Freiheit, Akzeptanz und Vielfalt. Solche Akte müssen als das verurteilt werden, was sie sind: unentschuldbare Greueltaten, die nichts anderes als Gewalt und Zerstörung hinterlassen. Doch in der Reaktion auf diese Greueltaten liegt auch eine gewisse Hoffnung: Die Solidarität der LSBTIQNA*- Community, die weltweite Empörung und der Wille, gegen Haß und Ausgrenzung zu kämpfen, ist nach wie vor stärker als der Haß, der Menschen wie das aA motiviert hat.
Auf Bisexuell.org und den angeschlossenen Webseiten, wird seit 2016 jedes Jahr der ermordeten Menschen gedacht.
In diesem Zusammenhang die Namen der Getöteten.
Die offensichtliche Subjektivität möge man mir bitte nachsehen!
Ich bin schon sehr lange der Meinung, daß wir immer viel zu viel über die Mordenden wissen und so gut wie nichts über die Toten. Als ob irgendwelche Motive oder Erlebnisse das Morden rechtfertigen könnten oder irgendwie wichtig wären. Darüber hinaus scheinen die Wenigsten ein Problem damit zu haben, diese aA's zu glorifizieren. Welch abartige Form von Sympathie.
Bis man mal selbst geliebte Menschen an solche aA verloren hat.
Insofern bin ich nicht bereit, irgendeine Form von Verständnis oder Respekt mordenden Personen entgegen zu bringen. Geschweige denn, daß ich deren Namen auch noch verbreiten möchte.
Hinweis
Bitte beachten Sie, daß die Inhalte von Archivalien nicht mehr dem heutigen Wissensstand oder der aktuellen Rechtslage entsprechen könnten.
ArchivID
848
Kategorie
Publikation -> Dekoration, Plakat
Autor* / Autorin*
Designer* / Designerin*
Layout
Redaktion
Datenstand dieser Publikation
24.06.2016
Im Bi(-/+) Archiv seit dem
05.02.2025
Im Bi(-/+) Archiv veröffentlicht
23.02.2025
Archiviertes Format
Stichworte
#2016 #Amok #Attentat #ColognePride #Demonstration #Deutschland #Florida #Köln #Mord #Nordrhein-Westfalen #Orlando #P.u.l.s.e. #USAletzte Bearbeitung: 26.02.2025
