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Walter Plathe
Walter Plathe, geboren am 5. November 1950 in Ost-Berlin, ist ein bedeutender deutscher Schauspieler, der vor allem durch seine Rolle als Dr. Ulrich Teschner in der ZDF-Serie „Der Landarzt“ (1992–2009) bekannt wurde. Sein Leben ist geprägt von seiner Herkunft aus der DDR, seiner vielseitigen Karriere und seiner Offenheit über seine Bisexualität, die er erst spät in seiner Autobiographie offenbarte.
Kindheit und Jugend in Berlin
Plathe wuchs in einem Berliner Arbeiterumfeld auf. Der Stadtteil Mitte (Scheunenviertel), in dem er seine Kindheit verbrachte, prägte ihn tief, was sich auch in der Wahl seiner Rollen widerspiegelt. Plathe verkörperte oft den bodenständigen, volksnahen Charakter, der in den Herzen des deutschen Fernsehpublikums Anklang fand. Seiner Aussage nach hat die einfache, aber lebendige Atmosphäre Berlins, besonders in der Nachkriegszeit, ihn nachhaltig geformt.
Karriere in Ost und West
Walter Plathe begann seine Schauspielausbildung an der Staatlichen Schauspielschule Berlin, die heute als Hochschule für Schauspielkunst „Ernst Busch“ bekannt ist. Sein erstes Engagement führte ihn ins DDR-Fernsehen, wo er schnell als talentierter Darsteller in Theater und Film Fuß fasste. Nach der Wiedervereinigung gelang es ihm, auch im gesamtdeutschen Fernsehen erfolgreich zu bleiben. Besonders seine Rolle im „Landarzt“ etablierte ihn als Publikumsliebling und machte ihn zu einer vertrauten Figur auf den Fernsehbildschirmen.
In einem Interview mit der B.Z.[1] betont er, daß seine Schauspielarbeit ihn durch verschiedene Facetten des Lebens geführt habe. Von der DDR bis zur gesamtdeutschen Medienlandschaft war es ein weiter Weg, doch Plathe meisterte diesen Übergang mühelos, wie seine langjährige Karriere zeigt.
Die Offenbarung seiner Bisexualität
Erst mit der Veröffentlichung seiner Autobiographie „Ich habe nichts ausgelassen“ im Jahr 2017 sprach Walter Plathe erstmals öffentlich über seine Bisexualität. Zuvor war dies nur seinem engeren Umfeld bekannt. Im Interview mit der B.Z. erklärte er:
Alle meine Kollegen und Freunde wußten das bereits. Und als ich meine Autobiographie schrieb, die 2017 erschien, gehörte das fairerweise dazu.
Diese Offenheit war für Plathe ein wichtiger Schritt. Er sprach nicht nur über seine Beziehungen zu Frauen, darunter seine Ehe mit der Schauspielerin Victoria Sturm, sondern auch über seine Erfahrungen mit Männern. In einem Interview mit queer.de[2] reflektierte er:
Ich bin heute ganz glücklich, aber es fehlt noch jemand – ein Partner oder eine Partnerin, beides ist möglich.
Obgleich Plathe das Thema der Bisexualität eher beiläufig behandelt, trug seine Offenbarung dazu bei, das Bewußtsein für sexuelle Vielfalt in der deutschen Prominentenlandschaft zu fördern. Seine sexuelle Orientierung steht für ihn nicht im Mittelpunkt, doch er macht keinen Hehl daraus, daß er sich im Alter nach Sicherheit und Geborgenheit sehnt, egal ob von einem Mann oder einer Frau.
Walter Plathe ist mehr als nur der „Landarzt“, als den ihn viele kennen. Sein Leben ist ein Spiegelbild der gesellschaftlichen Veränderungen in Deutschland, sowohl was seine Karriere als auch seine private Lebensführung betrifft. Von der Schauspielschule der DDR bis hin zu seiner Offenheit über seine Bisexualität in seiner Autobiographie – Plathe hat sich stets den Herausforderungen gestellt und dabei nie seine Berliner Wurzeln oder seinen bodenständigen Charme verloren.
In einer Gesellschaft, die sich zunehmend für die Vielfalt sexueller Identitäten öffnet, bleibt Plathe ein authentisches Beispiel dafür, wie man auch im öffentlichen Leben sich selbst treu bleiben kann.
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Fußnoten / Einzelnachweise
- ⇫ 01.11.2020; B.Z.: Ur-Berliner Walter Plathe: „Was ist Netflix?“
- ⇫ 08.03.2017; Queer.de: Schauspieler Walter Plathe outet sich als bisexuell
