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                          Transitionale Bisexualität

                          🕑 ≈ 04:44 min
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                          Inhalt

                          • Transitionale Bisexualität
                          • Die Theorie
                          • Transitionale Bisexualität ≠ Abwehrbisexualität
                          • Lebenswirklichkeiten
                          • Auswirkungen
                          • 2 Archivstücke zum Begriff 'Transitionale Bisexualität'
                          • Fußnoten / Einzelnachweise

                          Eine Bogenholzbrücke führt in einen bunten und sonnigen Wald.
                          © pixabay.com / esudroff
                          Der Begriff "Transitionale Bisexualität" (Übergangsbisexualität) bezieht sich auf die Auffassung, dass bisexuelles Verhalten oder eine bisexuelle Selbstdefinition als eine Übergangsphase betrachtet werden kann, insbesondere im Kontext eines homosexuellen Coming-outs. Diese Perspektive sieht die bisexuelle Selbstidentifikation als einen Versuch, das vorübergehende Nebeneinander von homo- und heterosexuellen Kontakten in ein kohärentes Selbstbild zu integrieren. Nach dieser Sichtweise hat die bisexuelle Selbstdefinition den Zweck, eine Brücke zu schlagen und eine gewisse Stabilität zu bieten, bis die "eigentliche" sexuelle Orientierung erreicht und gefestigt ist.
                          Der Begriff "Transitionale Bisexualität" wird auch oft als ”fluide Bisexualität“ bezeichnet und beschreibt eine Erfahrung des ständigen Wandels und der Veränderung.

                          Die Theorie

                          Fasst man bisexuelles Verhalten und/oder eine bisexuelle Selbstdefinition als Ausdruck einer Übergangsphase - etwa im Rahmen eines homosexuellen Coming-out - auf, wird die bisexuelle Selbstdefinition als Versuch eingeordnet, das vorübergehende Nebeneinander von homo- und heterosexuellen Kontakten in ein kohärentes Selbstbild zu integrieren, wobei dieser Interpretationsversuch seinen Zweck erfüllt hat, wenn die ”eigentliche" sexuelle Orientierung erreicht ist und sich stabilisiert hat.
                          (Quelle: Ulrich Gooß in Zeitschrift für Sexualforschung, 16. Jahrgang, Heft 1, März 2003; ArchivID: 302 - Archival Zeitschrift für Sexualforschung, Heft 1, 2003)

                          Dr. Ulrich Gooß präsentierte diese Interpretation von transitionaler Bisexualität 2003. Er argumentiert, daß Menschen, die sich in einer Phase des Coming-outs befinden, dazu neigen könnten, bisexuelle Identitäten anzunehmen, um die Unsicherheiten und die Vielfalt ihrer Erfahrungen zu integrieren. Diese bisexuelle Selbstidentifikation fungiert dabei als Mittel zur Bewältigung und Integration verschiedener sexueller Kontakte und Erfahrungen[1]. Und um sich inmitten von Veränderungen und Entwicklungen ihrer sexuellen Orientierung zu orientieren.
                          Unabhängig davon dürfen nicht alle bisexuellen Identitäten als transitorisch betrachtet werden, da viele Menschen ihre bisexuelle Orientierung als eine dauerhafte und authentische Facette ihrer Identität sehen.

                          Zumindest aus heuristischen Gründen liegt es daher zum gegenwärtigen Zeitpunkt nahe, die Bisexualität als eigenständige, nicht aus Hetero- oder Homosexualität abgeleitete Form der Sexualität zu verstehen und zu untersuchen.
                          (Quelle: Ulrich Gooß in Zeitschrift für Sexualforschung, 16. Jahrgang, Heft 1, März 2003; ArchivID: 302 - Archival Zeitschrift für Sexualforschung, Heft 1, 2003, S. 59)

                          Transitionale Bisexualität ≠ Abwehrbisexualität

                          Der Begriff "Transitionale Bisexualität" ist auch nicht unmittelbar mit dem Konzept der "Abwehrbisexualität" verbunden.

                          So kann das, was klinisch als Abwehrbisexualität imponiert, zwar Ausdruck eines Homosexualitätskonfliktes sein. Aber zumindest bei einem Teil der betroffenen Männer geht es bei diesem Konflikt darum, die homosexuelle Seite ihrer bisexuellen Struktur anzunehmen. Die voreilige Diagnose ”Abwehrbisexualität" würde in diesen Fällen also den Blick auf die bisexuelle Differenzierung dieser Männer verstellen.
                          (Quelle: Ulrich Gooß in Zeitschrift für Sexualforschung, 16. Jahrgang, Heft 1, März 2003; ArchivID: 302 - Archival Zeitschrift für Sexualforschung, Heft 1, 2003, S. 59)
                          Die "Abwehrbisexualität" ist eher mit einer anderen Perspektive auf bisexuelle Identitäten verknüpft. "Transitionale Bisexualität" weist darauf hin, daß bisexuelle Identitäten möglicherweise als temporäre Phase im Rahmen eines Coming-outs angenommen werden.
                          Die Annahme der bisexuellen Identität im Rahmen des Konzepts der "Abwehrbisexualität", könnte eine Abwehrreaktion gegenüber der Anerkennung einer rein homosexuellen Orientierung sein. Diese Menschen könnten versuchen, ihre sexuelle Orientierung als flexibler oder gemischt darzustellen, um gesellschaftlichen Erwartungen oder inneren Konflikten zu entkommen.

                          Lebenswirklichkeiten

                          Es ist wichtig zu betonen, daß diese Konzepte theoretische Modelle sind und nicht notwendigerweise die Erfahrungen aller bisexuellen Menschen erklären. Die Vielfalt der menschlichen Sexualität und Identität macht es schwierig, allgemeingültige Erklärungen zu finden, und es gibt verschiedene Perspektiven und Theorien, um die Komplexität von bisexuellen Erfahrungen zu verstehen.

                          Insgesamt verdeutlicht die Idee der "Transitionalen Bisexualität" einen Aspekt der Komplexität und Vielfalt von individuellen Erfahrungen im Zusammenhang mit sexueller Identität und Coming-out-Phasen. Es ist ein Thema, das weiterhin Forschung und Diskussion in der LSBTQIA*-Gemeinschaft sowie in der breiteren Gesellschaft anregen sollte.

                          Auswirkungen

                          Leider bildet diese Form der Selbstfindung auch eine Grundlage für eine Reihe ewiger Vorurteile gegenüber "echten" bisexuellen Menschen.
                          So zum Beispiel:

                          • Du kannst dich nur nicht entscheiden.
                          • Du bist zu feige zu deiner Homosexualität zu stehen.
                          • Du versteckst dich hinter deiner Hetero-Beziehung.
                          • Bisexualität gibt es nicht.

                          Diese Aufzählung erhebt dabei keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Denn die Abgründe menschlichen Denkens und Handelns sind endlos. Gleichermaßen die Dummheit, die zu solchen Aussagen führt.

                          [ GPT & Mac ]
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                          2 Archivstücke zum Begriff 'Transitionale Bisexualität'

                          1. BiJou 24 - Bisexuelles Journal, Ausgabe 24, 04/2012; Typ: Publikation
                            ... Robyn Ochs – eine Kämpferin voller Energie - Die Studien auf der BiReCon - Bisexualität in Indien, Sri Lanka und im Hinduismus - Bisexualität in der Schweiz: - Die Bi-Szene in den vergangenen 20 Jahren - Das erste ...
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                          2. Zeitschrift für Sexualforschung, 16. Jahrgang, Heft 1, März 2003; Typ: Publikation
                            ... So kann das, was klinisch als Abwehrbisexualität imponiert, zwar Ausdruck eines Homosexualitätskonfliktes sein. Aber zumindest bei einem Teil der betroffenen Männer geht es bei diesem Konflikt darum, die homosexuelle Seite ihrer bisexuellen Struktur anzunehmen. Die voreilige Diagnose ”Abwehrbisexualität" würde in diesen Fällen also den Blick auf die bisexuelle Differenzierung dieser ...
                            Archivstück aufrufen

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                          Fußnoten / Einzelnachweise

                          1. ⇫ Lebenssituation lesbischer, bisexueller und schwuler Jugendlicher in Deutschland, Dr. Stefan Timmermanns, 2006, Vortrag; ArchivID: 167

                          letzte Bearbeitung: 19.04.2026

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